Was ist Bohrlochsondierung?
Die Bohrlochsondierung (auch Tiefensondierung) ist ein spezielles Verfahren zur Detektion von Kampfmitteln in größeren Tiefen. Eine Magnetiksonde wird in ein Bohrloch eingeführt und misst das Magnetfeld in verschiedenen Tiefen.
Diese Methode ist unverzichtbar bei Tiefgründungen, wo die Oberflächensondierung nicht ausreicht.
Wann ist Bohrlochsondierung notwendig?
- Pfahlgründungen – Vor dem Rammen oder Bohren von Pfählen
- Tiefgaragen – Bei Aushub unter 2–3 Meter
- Spundwandarbeiten – Vor dem Einbringen von Spundwänden
- Brunnenbohrungen – Bei größeren Bohrtiefen
- Gründungen im belasteten Gebiet – Wenn Oberflächensondierung nicht reicht
Technisches Verfahren
3D-Magnetikmessung
Die Sonde misst das Magnetfeld in drei Raumrichtungen. Dadurch können ferromagnetische Objekte präzise lokalisiert werden – auch in der Tiefe.
Ablauf
- Bohrung erstellen Kernbohrung oder Rammkernbohrung
- Verrohrung Bei instabilen Böden
- Sonde einführen Langsames Absenken der Messsonde
- Messung Kontinuierliche Datenerfassung
- Auswertung 3D-Darstellung der Anomalien
- Bericht Dokumentation mit Koordinaten
Messtechnik
Ich setze auf hochwertige Geräte — unter anderem eine SENSYS SBL 10 Sonde; die Auswertung läuft über MAGNETO. Wie tief gemessen wird, gibt der Bombenhorizont Ihres Grundstücks vor. Der steht in der Kampfmittelauskunft und ist von Fläche zu Fläche verschieden — eine feste Meterzahl gibt es nicht.
Genauigkeit
Die Lokalisierung erfolgt auf wenige Zentimeter genau. Bei Verdachtspunkten kann gezielt freigelegt werden, ohne großflächig auszuheben.
Unterschied zur Oberflächensondierung
- Oberflächensondierung: Erfasst typischerweise bis 2–3 Meter Tiefe
- Bohrlochsondierung: Erfasst bis in den Bombenhorizont
- Kombination: Oft werden beide Verfahren kombiniert eingesetzt
Technischer Leitfaden Bohrlochsondierung
Detaillierte Informationen zum Verfahren.