Was ist Kampfmittelvorerkundung?
Die Kampfmittelvorerkundung (auch: Historische Erkundung) ist die systematische Recherche zur Gefährdungsbeurteilung eines Grundstücks. Sie bildet die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen bezüglich Kampfmittelfreiheit.
Durch die Auswertung historischer Quellen wird ermittelt, ob und in welchem Umfang ein Grundstück potenziell mit Kampfmitteln belastet ist.
Methoden der Vorerkundung
Luftbildauswertung
Analyse alliierter Aufklärungsfotos aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese zeigen Bombentrichter, Einschläge und Blindgänger-Verdachtspunkte.
Archivrecherche
Auswertung von:
- Militärarchiven
- Stadtarchiven und historischen Karten
- Bombenabwurfkarten
- Dokumenten der Feuerwehr und Polizei
Behördenanfragen
Anfrage bei Kampfmittelbeseitigungsdiensten der Länder zu bekannten Belastungen in der Region.
Ablauf einer Vorerkundung
- Auftragserteilung Definition des Untersuchungsgebiets
- Behördenanfrage Abfrage bei zuständigen Stellen
- Luftbildbeschaffung Bestellung historischer Aufnahmen
- Auswertung Analyse aller verfügbaren Quellen
- Berichterstellung Dokumentation der Ergebnisse
- Empfehlung Handlungsempfehlung für den Bauherrn
Wann ist Vorerkundung erforderlich?
- Bei jedem Bauvorhaben in urbanen Gebieten (empfohlen)
- In bekannten Bombenabwurfgebieten (Pflicht)
- Bei Tiefbauarbeiten und Gründungen
- Als Voraussetzung für die Baugenehmigung
- Zur Absicherung gegenüber Versicherungen
Zeitrahmen und Kosten
Eine typische Vorerkundung dauert 2–4 Wochen, abhängig von:
- Verfügbarkeit der Luftbilder
- Komplexität des Grundstücks
- Umfang der Recherche
Leitfaden Vorerkundung als PDF
Ausführliche Informationen zur historischen Recherche.